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Unser Konzept

 

Der Verein Frühförderung ist eine Kindertagesstätte mit einem Integrations- und Schulkindergarten, einem Integrationshort für Kinder im Alter von 2 - 12 Jahren, einer Kinderkrippe, einer sozialpädagogisch orientierten Intensivgruppe sowie einem umfassenden therapeutischen Angebot einschließlich der Mittagsbetreuung an allen Neuburger Grundschulen.

 

Pädagogisches Konzept

 

Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist die individuelle und ganzheitliche Entfaltung aller Kinder.

 

Getragen wird unser Konzept vom Gedanken der Integration: dem freiwilligen Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Zu den behinderten Kindern gehören die Körperbehinderten ebenso wie die Verhaltensauffälligen, die Geistigbehinderten und die Lernbehinderten. Dabei ist Integration nicht als fertiger Zustand oder als Ziel zu verstehen, sondern als ein ständiger Prozess des gemeinsamen Spielens, Arbeitens und Lernens.

 

Unsere Vorstellungen von Persönlichkeit und Erziehung

 

Erziehung ist für uns ein Beziehungs- und Kommunikationsprozess zwischen Erwachsenen und Kindern, der von Kindern mitbestimmt werden sollte.

 

Der Erzieher hat keine Funktion, sondern handelt als Person. Wertschätzung und Einfühlungsvermögen und eine starke Bindungsfähigkeit auf Seiten des Erziehers sind die Voraussetzung für die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes. So wird jede individuelle Erziehung von Liebe getragen.

 

In einer solchen Erziehung entstehen beim Kind Kreativität, Liebesfähigkeit - sich selbst lieben und annehmen zu können, den anderen zu lieben, mich von anderen geliebt zu wissen, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, Verantwortung für meine Umwelt und für die, die ich liebe. Und als Folge daraus wird wirkliche Integration möglich.

 

Unsere pädagogischen Grundlagen

 

Wie sich im Äußeren der Verein verändert und vergrößert hat, so hat sich auch das inhaltliche Spektrum innerhalb der letzten 25 Jahre erweitert und auch verändert. So bildete bei der Gründung des Vereins das klassische Modell der Frühförderung der siebziger Jahre das pädagogische Handlungskonzept und lieferte auch den Namen.

 

Im Laufe der Jahre hatten dann folgende Theorien wesentlichen Einfluss auf unseren Umgang mit unseren Kindern: die pädagogischen Strömungen - Situationsansatz, ganzheitliche orientierte Kreativitäts- und ästhetische Erziehung und Bewegungserziehung - und die therapeutischen Konzepte - Sandspieltherapie, personenzentrierte, nondirektive Spieltherapie und vor allem in letzter Zeit die Bedeutung der Integration der Sinne für die Entwicklung des Kindes aus dem Bereich der Wahrnehmungsförderung. Dabei werden die therapeutischen Behandlungsmethoden und die pädagogischen Konzepte im pädagogischen Alltag immer integrierend aufeinander abgestimmt.

 

In unseren Vorstellungen von Kind und Kind-Sein und im Umgang mit den Kindern fühlen wir uns verwandt mit Janusz Korczak.  Bei der praktischen Umsetzung unserer pädagogischen Handlungskonzeption haben wir große Ähnlichkeit zu der Reggio- und Freinet-Pädagogik und zu den pädagogischen Gedanken von Boris und Lena Nikitin entdeckt.

 

Gleich geblieben ist aber bei aller Veränderung über die ganzen Jahre die Grundlage und Voraussetzung jeglichen pädagogischen Handelns:

 

Unser Bild vom Kind:

  • In jedem Kind ist der Drang, seine Umgebung zu erforschen, zu erkunden, zu erleben, zu lernen, in einen Dialog mit Menschen und Umwelt zu treten.
  • Hierfür stehen dem Kind eine Vielzahl an Fähigkeiten, Kräften und Ausdrucksweisen zur Verfügung, die es eigenständig weiterentwickeln kann.
  • Das Kind ist von Geburt an aktiver und kreativer Gestalter seiner eigenen Entwicklung und seiner Beziehungen zur Umwelt. Wir vertrauen auf seine Aktivität, Kompetenz und Stärke.

Kinder sind uns gleichwertig. Aber sie empfinden anders als wir, sie drücken auf eine andere Art und Weise aus, was ihnen wichtig ist, was sie quält und was sie möchten. Das wiederum meint, dass sie auch andere Bedürfnisse als Erwachsene entwickeln und auch eine andere Befriedigung suchen. Das heißt für uns, sich in die Kinder einzufühlen, sich auf den Weg zu machen, Kinder in ihren Bedürfnissen und in ihrem Denken kennen zu lernen: Nicht das "warum ist dieses Kind so", sondern "wer ist das Kind" steht im Mittelpunkt. Nicht wie und was das Kind sein sollte ist wichtig, sondern wie und was das Kind ist. Wir sehen keinen Unterschied zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern: unser Ziel ist die Individuation, nicht die Identifizierung.

 

Das heißt, das Leben eines jeden Kindes - gleich ob behindert oder nicht - seine Bedürfnisse, seine Möglichkeiten sind jeweils der Angelpunkt unserer Erziehung. Wir glauben, wenn in dieser Form Kinder geachtet werden, sie immer auch schon sozial sind und nicht erst durch unsere Förderprogramme werden.

 

Nur in einem wirklichen Dialog mit Kindern werden wir entdecken, dass und wie sie sich auf ihre Umgebung ausrichten und darin entwickeln. Dann entsteht auch ein wirkliches Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern: Integration.

 

Aus diesem Bild vom Kind lassen sich fünf Folgerungen als Grundlage für das pädagogische Handeln unseres Teams ableiten:

  • mit den Kindern fühlen
  • die Kinder begleiten, statt sie zu bevormunden
  • die Realität nicht beschönigen - aus Erfahrungen und Enttäuschungen lernen
  • die Rechte der Kinder achten: vor allem das Recht des Kindes auf den heutigen Tag und das Recht des Kindes, so zu sein wie es ist
  • beobachten und reflektieren. 

Gradmesser, ob und in wieweit neue pädagogische und psychologische Strömungen in unsere Arbeit mit den Kindern, in unser pädagogisches Handeln, integriert werden, war aber immer und ist unser Bild vom Kind und seiner Entwicklung.

 

 

Das heisst umgesetzt in den pädagogischen Alltag
Förderung von Selbständigkeit

Das schliesst mit ein die Forderung nach :

  • Selbständigkeit und Spielraum für eigene Erfahrungen, die prinzipiell risikobehaftet sind
  • Möglichkeiten zur Willensausübung und zum Willentraining
  • Möglichkeiten, Erfahrungen am eigenen Leibe zu machen
  • Anerkennung des Rechts auf Fehler und Misserfolge
Betonung des absoluten Wertes der Kindheit

Das bedeutet gleichermaßen:

  • Gleichberechtigung des Stadiums der Kindheit gegenüber dem Erwachsenen in Familie und Gesellschaft
  • Zubilligung der spezifischen Kinderperspektive, spezifischer Bedürfnisse und Wünsche im Hier und Jetzt (z.B. Bedürfnis nach Spiel, nach kindgemäßer Beantwortung von Fragen etc.)
  • Zubilligung altersadäquater Rechte und Pflichten
Förderung der Individualität und Identität

Voraussetzung hierfür sind

  • Abbau eines erhöhten Kindheitsideals
  • Berücksichtigung von Veranlagung und Erziehungsmilieu als wichtige Erziehungsdeterminanten
  • freie Entfaltungsmöglichkeiten, aber mit Rücksicht auf soziale Bezüge, Bedingungen, Ansprüche
  • Gewährung eigener Ziele und Positionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umgesetzt für den Integrations- und Schulkindergarten bedeutet das:

 

Jede Person muss einen Rahmen zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit zur Verfügung haben. Kinder bestimmen sich im Wesentlichen durch die Faktoren Raum und Zeit.

 

Beide sind in unserer Gesellschaft stark eingeschränkt und vorherbestimmt: 

  • Durch Reizüberflutung der Umwelt und Hektik im Alltag haben Kinder kaum noch die Möglichkeit, ihren eigenen Rhythmus zu finden.
  • Dem gegenüber steht die Verarmung unserer Umwelt. Sie verhindert die Entwicklung der Selbstwahrnehmung und die Sensibilisierung der Sinne.
  • Durch eine immer weiter vordringende Funktionalisierung und Spezialisierung unserer Umwelt verschwinden immer mehr wichtige Freiräume, die für die Selbsterfahrung und zum Aufbau einer eigenen Identität notwendig sind. 

Aufgrund dieser Vorstellungen von Persönlichkeit und Erziehung ist eine Modifizierung von Kindergartenarbeit notwendig. Sie verlangen das Aufgeben jeglicher Angebotspädagogik und das Schaffen von Bedingungen, die ganzheitliches Lernen ermöglichen. Es müssen daher neue Schwerpunkte für das Freispiel und für das didaktische Modell des Rahmenplans gefunden werden.

 

Unsere Methoden und Inhalte

 

Zum Freispiel

  • Umgang mit dem Kind 

Nur im freien, selbstbestimmten Spiel entwickeln sich Wahrnehmungsfähigkeit, Intelligenz, entfaltet sich die ganze kindliche Persönlichkeit. Es ist Aufgabe des Erziehers, die Kinder zu einem solchen Spiel hinzuführen. Dies geschieht, indem er die Kinder bei ihrem Spiel beobachtet, begleitet, behutsam unterstützt ihnen den Raum und die Zeit lässt, ihr Spiel frei zu entfalten. 

 

Er macht keine Angebote, sondern greift bewusst die Ideen der Kinder auf, entwickelt sie mit ihnen zusammen weiter und fordert dadurch ihre Eigenaktivität heraus.

 

Er unterbricht das Spiel nicht durch von außen festgelegte Zeiteinheiten. Damit hilft er dem Kind seinen eignen Zeitrhythmus zu finden und erreicht eine Vertiefung und Auseinandersetzung im Spiel.

Damit orientiert sich das Verhalten des Erziehers gegenüber den Kindern

 

- von der Methode her am Modell des situationsorientierten Ansatzes

- von der Beziehung her an den Dimensionen der personenzentrierten Gesprächspsychotherapie: Einfühlung, Wertschätzung, Echtheit. 

  • Umgang mit Raum und Struktur 

Für die Kinder ist die Vertrautheit und Verlässlichkeit ihrer Umwelt von großer Bedeutung. Sie ist eine der Grundlagen für die Entwicklung ihrer Antriebsenergie. Geborgenheit und Identifikation, die Entwicklung einer räumlichen Identität entstehen erst, wenn die Kinder in und mit dem Raum gestalten können. Raum sollte daher beides enthalten:

 

- Beständigkeit (strukturierter Erfahrungsraum)

- und die Freiheit zu eigener Ordnung, die Möglichkeit zu Improvisation und Umgestaltung. 

Für das ganzheitliche Lernen, vor allem für die Kreativität und Förderung unserer Sinneswahrnehmung und kreativen Anlagen, muss ein vielseitiges Angebot an Material und ein möglichst breites Spektrum an Lebensumwelten zur Verfügung stehen.

 

Neben dem Kennen lernen von unterschiedlichen Materialien, handwerklichen Techniken, Vermitteln von Lerninhalten und dem Üben von Fertigkeiten, wollen wir dem Kind Impulse geben, die den Prozess des Selbstdenkens und Erspürens, des Erfindens und Entdeckenkönnens auf allen Bereichen auslösen.

 

Zur Projektarbeit

 

Für die Integration erweist sich die Orientierung am didaktischen Modell des Rahmenplanes als unzureichend. Dafür setzen wir die Form der Projektarbeit.

 

Die Projektarbeit ist der von den Kindern vorgegebene und durchstrukturierte Teil unserer Kindergartenarbeit. Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder bilden den Ausgangspunkt und Schwerpunkt für diese themenbezogene Arbeit. So entsteht für jede Gruppe ein eigener Themenkreis, der die aktuelle Gruppensituation aufgreift und bei den Kindern Neugierde und Freude am eigenen Tun in allen Bereichen weckt.

 

Durch die Projektarbeit werden die Kinder gezielt ermutigt, ihre eigenen Gedanken und Wege zu entwickeln und umzusetzen. Sie erfahren, dass ihre Vorstellungen wichtig und richtig sind. Sie beginnen ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen: es entwickeln sich Selbstvertrauen, Wahrnehmungsfähigkeit, Intelligenz, Kreativität und in Folge entstehen Einfühlen in den Anderen und Verstehen des Anderen.

 

Somit bedingen sich Freispiel und Projektarbeit gegenseitig: Die Gruppensituation im Freispiel und der Entwicklungsstand des einzelnen Kindes sind der Ansatz für die Planung des Projektes. Die Projektarbeit wiederum zielt auf die Veränderung und Weiterentwicklung der kindlichen Persönlichkeit, seiner individuellen Spielstruktur und den Prozess der Gruppendynamik im Freispiel.

 

Therapeutischer Ansatz

 

Integration, verstanden als ein ergänzendes Miteinander Behinderter und Nichtbehinderter, hat zur Voraussetzung, dass Therapeuten zusammen mit den Erziehern auf die aktuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der behinderten und nichtbehinderten Kinder eingehen.

 

Deshalb orientieren sich unsere pädagogische Arbeit und unsere Therapien am personenzentrierten Ansatz. Das bedeutet für Therapeuten und Erzieher - unter der Beratung der pädagogischen Leitung - gemeinsam abzuklären, wo die Kinder entwicklungsmäßig stehen und wo ihre Bedürfnisse und Interessen liegen.

 

Danach entscheidet sich dann, in welcher Weise das Kind sowohl in der Gruppe als auch in der Therapie in seiner Weiterentwicklung gefördert werden kann. So werden schon in der Gruppe verschiedene Defizite während der Projekt- und Freispielzeit aufgearbeitet.

 

Bei Entwicklungsrückständen findet grundsätzlich gezielte therapeutische Förderung statt: Therapeutisches Fachpersonal behandelt symptomspezifisch (z.B. Sprachheilbehandlung) und arbeitet in intensivster Einzel- oder Gruppentherapie (z.B. Beschäftigungstherapie und Spieltherapie) Defizite oder Störungen auf, die nur durch gezielte und bewusste Auseinandersetzung zu beheben und zu mildem sind.

 

Voraussetzungen für eine solche Arbeit sind: gemeinsame Teambesprechungen, Beratungen, Elterngespräche und regelmäßiger Austausch zwischen therapeutischen Fachdiensten und pädagogischem Fachpersonal und die kollegiale Beratung des pädagogischen Personals.

 

Unsere Elternarbeit

 

Ein Integrationskindergarten braucht Eltern, die offen und zur Mitarbeit bereit sind und verantwortlich am Kindergartenalltag teilnehmen. Elternarbeit bei uns beinhaltet: verschiedene Formen regelmäßiger Kontakte, Beratungsgespräche, pädagogische Elternabende und gemeinsame Aktivitäten, Hausbesuche und wenn notwendig Unterstützung bei Behördenkontakten. Gemeinsame Unternehmungen und Feste stärken das Miteinander von Kindern, Eltern und Erziehern.

 

Umgesetzt für den Integrationshort bedeutet das:

 

Unser Hort soll eine familienunterstützende Einrichtung sein - d. h. er soll mithelfen, das Kind und seine Familie so zu unterstützen, dass Störungen und Defizite im emotionalen, kognitiven und sozialen Bereich weitgehendst gemildert werden oder verhindert werden können. Die inhaltliche Arbeit gliedert sich in drei Schwerpunkte: 

  • Zusammenarbeit mit dem Kind
  • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. 

Unser Hort soll sich zu einer Lebensgemeinschaft von Kindern und Erziehern entwickeln. Er soll ein Ort sein, in dem die Kinder zu ihren Rechten und Bedürfnissen kommen - aber auch Pflichten kennen lernen. Das heißt, dass sie in die für ihre tägliche Versorgung und die für den Erhalt ihres Hauses notwendigen Tätigkeiten mit eingebunden werden.

 

So wird das Zusammenleben sehr stark von einem familienähnlichen Ablauf und Charakter geprägt sein.

 

Wir legen großen Wert auf ein gemeinsames Mittagessen, geprägt vom Erzählen und Zuhören, vom Anteilnehmen am anderen und nicht zuletzt von der Freude an einem gemeinsamen, schönen Essen mit guten Tischsitten und Umgangsformen.

 

In der sich anschließenden Hausaufgabenzeit müssen die Erzieher je nach Eigenart und Entwicklungsstand des Kindes individuell unterschiedlich groß Unterstützung, Motivation und Hilfestellung geben. Ziel ist das eigenständige und selbstverantwortliche Arbeiten, das "Lernen zu lernen". Es ist auch die Zeit, in der den Kindern vermittelt werden kann: wo störe ich? Wo muss ich fügen? Wo kann ich anderen helfen?

 

Während das Mittagessen und die Hausaufgabenzeit vor allem dem sich Stellen von fremdgesetzten Aufgaben und Leistungsanforderungen, dem sich Einfügen und Anpassen und dem Erlernen von Umgangsformen dienen, liegt der pädagogische und therapeutische Schwerpunkt bei der Freizeitgestaltung auf dem inneren Wachstum und Starkwerden der eigenen Persönlichkeit, bei der eigenen Selbsterfahrung, dem Ausprobieren und Stellen eigener Wünsche und selbstgesteckter Leistungsansprüchen und dem Einüben von sozialen Verhaltensweisen.

 

Hier wird die Grundlage geschaffen für intrinsische Leistungsmotivation, Konzentration, Ausdauer, Arbeitswillen und Selbstbewusstsein. Der Freizeitbereich ist der von den Erziehern und Therapeuten an dem Interesse und Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder ihren Defiziten und Störungen - orientierte durchstrukturierte Teil der Arbeit.

 

Seine praktische Umsetzung wird in Form von Projektarbeit in Kleingruppen sein. Die Themen und Inhalte können sowohl musische, sportliche, gestalterische und auch soziale Aktionen sein.

 

Die Erzieher und Therapeuten haben die Aufgabe, Ideen und Anreize zu liefern, Hilfestellung zu geben mit dem eigentlichen Ziel, einen Gruppenprozess in Gang zu setzen, bei denen die Kinder die Aktionen verantwortlich mitgestalten, um sich schließlich mit dieser Arbeit zu identifizieren und ein starkes Wir-Gefühl zu erleben.

 

Projektarbeit in Kleingruppen ist für uns das geeignete Arbeitsmodell, um auf behutsamer Weise und in Form der Selbstbestimmung bei den Kindern alle Bereiche - kognitive, emotionale, soziale, sprachliche, körperliche - anzusprechen, zu fordern und zu fördern.

 

Voraussetzung für dieses Modell ist, dass diese Gruppen zusammengesetzt sind aus behinderten und nichtbehinderten Kindern und zu Beginn auch sehr stark von den Nichtbehinderten getragen werden.

 

Therapeutische Arbeit

 

Integration, verstanden als ein ergänzendes Miteinander Behinderter und Nichtbehinderter, hat zur Voraussetzung, dass Therapeuten zusammen mit den Erziehern auf die aktuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der behinderten und nichtbehinderten Kinder eingehen.

 

Deshalb sind unsere pädagogische Arbeit und unsere Therapien gekennzeichnet durch einen ganzheitlichen situationsbezogenen integrativen Arbeitsansatz. Der klientenzentrierte Ansatz der Spieltherapie wird das Kernstück unserer Arbeit bilden, ergänzt durch verhaltenstherapeutische Vorgehensweisen, wo es sinnvoll erscheint.

 

Das bedeutet für Therapeuten und Erzieher gemeinsam abzuklären, wo die Kinder entwicklungsmäßig stehen und wo ihre Bedürfnisse und ihre Interessen liegen. Danach entscheidet sich dann, in weicher Weise das Kind sowohl in der Gruppe als auch in der Einzeltherapie in seiner Weiterentwicklung gefördert werden kann. So werden sich wie schon in unserem Integrationskindergarten - pädagogische und therapeutische Arbeit gegenseitig ergänzen und befruchten.

 

Bei Entwicklungsrückständen und Auffälligkeiten finden zwei Stunden pro Woche gezielte therapeutische Förderungen statt durch entsprechende Fachkräfte.

 

Einzelförderung umfasst:

  • Spieltherapie
  • Motopädagogik
  • Beschäftigungstherapie und heilpädagogische Übungen
  • Sprachheilbehandlung

Beides - sowohl die pädagogische Arbeit wie die spezifischen Förderungen - haben zum Ziel, familienunterstützend zu wirken und eine Rückführung in die Familie und das soziale Umfeld des Kindes zu ermöglichen.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

 

Um eine optimale Betreuung und Förderung der Kinder zu gewährleisten, brauchen wir die Bereitschaft der Eltern zu kontinuierlicher Zusammenarbeit und Mitarbeit. Denn wir können die Kinder nicht gegen ihre Situation und Familien "therapieren" und fördern. Die ganze Familie muss in den Entwicklungs- und Veränderungsprozess mit eingeschlossen sein.

 

Möglichkeiten hierzu sind:

  • regelmäßige Beratungsgespräche
  • Elternabende
  • Hausbesuche
  • Elternfortbildungen
  • gemeinsame Unternehmungen wie Feste, Feiern, Ausflüge etc.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

 

Für unsere integrative und familienunterstützende Arbeit sehen wir es als unabdingbar an, mit anderen Institutionen im sozialen Umfeld des Kindes zusammenzuarbeiten.

 

So wünschen wir uns einen regelmäßigen Kontakt und gegenseitigem Austausch mit den Lehrkräften unserer Kinder, um in gegenseitiger Abstimmung zwischen Hort und Schule einen gemeinsamen Hilfeplan für den Schüler aufzustellen; zum Beispiel, um Probleme im Sozial- und Leistungsbereich zu erkennen und zu bearbeiten und um individuelle leistungsbezogene Förderungen zu koordinieren.